Momentaufnahme: Kaffeekapseln und die Umwelt

15. Oktober 2012  •  Neues

Bunt, glänzend und hochwertig – so kennen wir die Nespresso-Kaffeekapseln. Schon seit längerer Zeit müssen sich Kaffeeexperten wie Nestlé und Co. in Puncto Umweltschutz rechtfertigen. Denn beispielsweise die Aluminiumkapseln von Nespresso, kosten nicht nur in der Herstellung viel Energie, sie sorgen nach Gebrauch auch für einen großen Berg an Hausmüll. Doch das soll sich ändern – eine Bestandsaufnahme.

Der Kapselboom reißt nicht ab

Portionskaffees, wie Pads oder Kapseln, lassen sich in vielen Haushalten nicht mehr wegdenken. Warum? Ganz einfach, weil’s praktisch ist. Kapsel oder Pad in die Maschine, Knopf drücken und schon steht der Espresso oder Caffé Lungo frisch duftend bereit. Der relativ hohe Preis pro Tasse ist für viele in Ordnung. Aktuell liegt dieser bei 39 Cent. Schließlich bezahlt man auch für das Design und die Technik – argumentieren viele Konsumenten. Und gerade dieser Punkt bringt Pad- und Kapselmaschinen-Herstellern in den letzten Jahren viel Kritik. Hochgerechnet sind das bis zu 80 Euro pro Kilo Kaffee. Ob sich an der Preispolitik etwas ändert, bleibt abzuwarten. Erfreulich ist hingegen, dass das Thema Nachhaltigkeit in Angriff genommen wird. Nestlé hat dazu ein Umweltprogramm „Ecolaboration“ ins Leben gerufen. Hiermit werden drei Hauptziele verfolgt:

  • Erhöhung des Anteils von „AAA Sustainable Quality“-Kaffee
  • Reduzierung des CO2-Fußabdrucks pro Tasse
  • Erhöhung der Recyclingquote von Kapseln

Nachhaltigkeit – Mitdenken gefordert

Beim „AAA Sustainable Quality“-Kaffee handelt es sich um zertifizierte Kaffeebohnen in Zusammenarbeit mit der Organisation Rainforest Alliance. Die Kooperation wurde 2003 gegründet, um die Kaffeequalität und die finanzielle Lage der Kaffeebauern zu verbessern. 80 Prozent derzeit werden angestrebt. Darüber hinaus soll das CO2, welches in der Herstellung entsteht, reduziert werden. Kaffeemaschinen werden optimiert, um effizienter zu arbeiten. Zudem gibt es Einsparungen am Aluminiumanteil der Kapseln. Das was übrig bleibt, soll mit einem Anteil von 75 Prozent weiterverarbeitet werden.

In der Schweiz liegt die Recylclingquote im Jahr 2010 bei 60 Prozent. Für Deutschland gibt es aufgrund der fehlenden Abgabestationen für Nespressokapseln keine genauen Daten. Für alle die mehr darüber erfahren wollen, finden umfangreiche Infos bei Focus Online in zwei Teilen: hier und hier, sowie auf dem Portal n-tv.de.

Alternativen und Produkterweiterung

Es gibt noch ein anderes Heißgetränk, dass genauso gerne wie Kaffee getrunken wird. Laut Deutschen Teeverband e.V. liegt der jährliche Teeverbrauch in Deutschland bei 26 Litern pro Person (Stand 2011, http://www.teeverband.de/menu/aktuelles/p21.html). Und genau da will Nespresso die nächste Generation der Kapselmaschinen anknüpfen. Bereits im November dieses Jahres sind Teekapseln geplant. Erste Kostproben gab es bereits in England und Frankreich. Auch hier ist noch nicht bestätigt, wie mit dem Thema Nachhaltigkeit bzw. Umweltbewusstsein in Zukunft umgangen wird.

Einen neuen Weg geht beispielsweise Jean-Paul Gaillard. Der ehemalige Chef von Nespresso startete vor zwei Jahren mit seinem eigenen Unternehmen. Die Ethical Coffee Company – kurz ECC – stellt biologisch abbaubare Nespressokapseln her und vertreibt diese weltweit. Ein Video erklärt wie das System funktioniert.



Video: Ethical Coffee Company